WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT- Wie konnte das passieren?
Wirtschaftskriminalität, auch dolose Handlungen genannt, umfasst eine Reihe von Unregelmäßigkeiten und illegale Handlungen, die durch vorsätzliche Täuschung gekennzeichnet sind. Dolose Handlungen finden zum Nachteil oder vermeintlichen Vorteil des Unternehmens statt. Die Gründe für dolose Handlungen lassen sich in dem dolosen Dreieck zusammenfassen Motivation • Gelegenheit • Rechtfertigung Durch Verschiebungen in dem Dreieck entstehen kriminelle Energien und lassen ggf. ehrliche Mitarbeiter zu Tätern werden. In der Praxis hat sich erwiesen, dass es keine unbedeutenden dolose Handlungen gibt sondern nur solche, die noch nicht ausgereift sind. Werden dolose Handlungen nicht verhindert oder bereits in den Anfängen entdeckt und abgestellt, muss davon ausgegangen werden, dass sie sich immer weiter verbreiten mit immer größer werdenden Auswirkungen. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass dolose Handlungen in allen Branchen und Unternehmensgrößen vorkommen. Betroffen sind etwa 65% aller Unternehmen, auch wenn die Dunkelziffer in diesem Bereich recht hoch sein dürfte. Der durchschnittliche Schaden beläuft sich auf € 20.000 pro Tag und Unternehmen. In mehr als 60% der Fälle sind die Täter eigene Mitarbeiter. Das Risiko wird häufig unterschätzt und nicht immer als solches erkannt. Dolose Handlungen zählen mit zu den größten Geschäftsrisiken im Risikoumfeld. Überprüfen Sie Ihr Unternehmen mit der dolosen Vorsorge - die einfachste Methode mit aussagekräftigen Ergebnissen. Kontrolle ist die wichtigste Maßnahme, um dolose Handlungen zu verhindern, zu entdecken und den Schaden zu begrenzen. Das Management ist für die Einrichtung, die regelmäßige Überprüfung und Bewertung des IKS, das der Gefahr von dolosen Handlungen angemessen und effektiv entsprechen muss, verantwortlich. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe muss festgestellt werden, ob - ein gut funktionierendes internes Kontrollsystem vorhanden ist, das die Unternehmenswerte sichert und dolose Handlungen verhindert oder zeitnah aufdeckt,
- die organisatorische Struktur das Bewusstsein über dolose Handlungen fördert und ein schriftlicher Verhaltenskodex vorhanden ist,
- die Unternehmensziele realistisch sind und das Management angemessene und zuverlässige Informationen durch die interne Berichterstattung über das Erreichen der Ziele erhält und ob
- schriftliche Richtlinien für Genehmigungen von Geschäftsvorfällen vorhanden sind und entsprechend gelebt werden.
In den Fällen, in denen der Täter selbst oder für einen Dritten einen direkten oder indirekten Vorteil erzielt, erfolgen die dolosen Handlungen zum Nachteil des Unternehmens. Hierzu zählen zum Beispiel - Unterschlagung, das heißt jede Art von Veruntreuung von Unternehmensvermögen,
- Vorsätzliches Verschweigen oder Fehldarstellung von Geschäftsvorfällen, um dadurch einen
- Vorteil für sich oder für einen Dritten zu erzielen, Annahme von Bestechungs- oder Schmiergelder.
Dolose Handlungen, die dem ersten Anschein nach zum Vorteil des Unternehmens vorgenommen werden, bringen in der Regel indirekte Vorteile für den Täter, der davon profitiert, dass es dem Unternehmen besser geht. Tatsächlich entstehen jedoch durch die dolosen Handlungen Risiken, die weitreichende Konsequenzen haben und dem Unternehmen häufig gar nicht bekannt sind. Die dolosen Handlungen bestehen im Allgemeinen aus Vorteilen, die auf unfaire oder unehrliche Weise erworben werden, möglicherweise auch durch Täuschung Dritter. Beispiele hierfür sind: - Transaktionen wie Bestechungs- und Schmiergelder, die gegen Verträge, Gesetze oder andere Vorschriften verstoßen
- Vorsätzliche Beschönigung der finanziellen Situation des Unternehmens durch Fehldarstellung oder –bewertung von Transaktionen, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder Einkünfte sowie durch Verkauf fiktiver oder unrichtig angegebener Vermögenswerte,
- Vorsätzliche unrichtige Festsetzung von Transferpreisen oder andere fehlerhafte Transaktionen mit verbundnen Unternehmen
- Steuerhinterziehung und andere Steuerstraftaten.
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